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Stellungnahme zum Tanz- und Musikprojekt
"... mit Feuer durchströmt"
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin

Die Migrantenbeauftragte, Frau Marburg

Die Premiere des Programms "... mit Feuer durchströmt" hinterließ nicht nur bei mir den nachhaltigen Eindruck, in die emotionale Welt der Sinti und Roma einen Einblick erhalten zu haben. Die hohe künstlerische Qualität der Darstellerinnen des Abends und ihre Fähigkeit, durch die spannende Verwebung von Musik, Tanz und Wort die Emotionsebene des Publikums zu erreichen, es bedingungslos zu gewinnen und so um Verständnis für die vorurteilsbeladenen "Zigeuner" zu werben, war stark beeindruckend und lehrreich zugleich.

Nicht nur mit ihrer stimmlichen Gewalt faszinierte die Sängerin Lunit Riebel, sondern auch mit dem scheinbar natürlichen und leichten Wechsel der Sprachen vom Russischen ins Ungarische, vom Tschechischen ins Deutsche, der auf dieser differenzierenden und nuancierten Interpretationsweise der Lieder die Heimatlosigkeit des fahrenden Volkes vermittelte.

Die Tänzerin Eva Blaschke erzählte tänzerisch spannende Geschichten von Trauer, Freude und Sehnsüchten, die mit ihrer großen körperlichen Ausdruckskraft so real und in ihrer ganzen Tiefe für das Publikum nachvollziehbar waren, dass der Zuschauer dem nächsten Tanz entgegen fieberte.

Die Pianistin Natalia Christoph vermochte es mit der hervorragenden Qualität ihres Klavierspiels, den Liedern und dem Tanz einen entsprechenden akustischen und atmosphärischen Rahmen für die Darbietungen zu verleihen.

Das Trio versteht es sehr gut, bildlich die Kultur der Sinti und Roma vertrauter zu machen: Nomadentum, Hang zum Übersinnlichen, Leidenschaftlichkeit und Humor trotz aller widrigen Lebensumstände wurden in allen Szenen unaufdringlich überdeutlich.

Mit diesem Projekt wurde nicht allein ein künstlerisches, sondern auch und vor allem ein menschliches und politisches Anliegen realisiert.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn diese Künstlerinnen sich weiterhin der Musik, der Sozialisation und der Kultur der Sinti und Roma so engagiert widmen würden und mit weiteren solchen Projekten dazu beitragen können, die althergebrachten Vorurteile, Klischees und Stereotype in bezug auf diese bedrohte Völker auszuräumen.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn diese Projekte finanziell als künstlerischer Beitrag und als Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gefördert werden.

Leider ist es dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf aufgrund der gegenwärtigen Finanzlage selbst nicht möglich, solche notwendige Projekte zu fördern. Deshalb empfehle ich Sie weiter und wünsche mir, dass einer der Standorte der Realisierung neuer Projekte unser Bezirk sein wird.

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